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Vom Handwerker zum Provinzial
für eine neue Provinz

 

Am 22. Januar 2026 wurde es offiziell: Die Ordensprovinz Europa Mitte hat einen neuen Provinzial! Doch wer ist dieser Mann, der die Leitung der kürzlich neugegründeten Provinz übernimmt? Ein Blick auf die Person Frater Rudolf Knopp und seine großen Ziele.

 

Autor: simon doering

1. März 2026

Frater Rudolf ist ein großer Liebhaber von Krippen.

Frater Rudolf ist ein großer Liebhaber von Krippen. 

Frater Rudolf, geboren am 18. Januar 1958 in Kahl am Main, hatte anfangs nichts mit dem Ordensleben zu tun. Als gelernter Betriebsmittel-Mechaniker arbeitete er in Hanau, bevor er seinen Zivildienst in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung leistete. „Dieser Zivildienst hat mich wirklich berührt und mich ganz nah an bedürftige Menschen herangeführt“, so Frater Rudolf. „Es war auch die Zeit, wo für mich religiöse Themen wichtiger wurden. Und dann war ich auf der Suche nach einem Orden, der sich mit Menschen mit Behinderung beschäftigt. So bin ich auf die Barmherzigen Brüder gestoßen. Pointiert könnte man sagen, meine Berufung hat der Mensch mit Behinderung ausgelöst.“

 

Von Bayern nach Rom

Im Jahr 1979 trat er in den Orden ein und begann eine dreijährige Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Dieser schloss sich ein halbjähriges Praktikum bei den Brüdern in Irland an. Es folgten zahlreiche verantwortungsvolle Positionen: 1989 wurde er zum Prior der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Reichenbach ernannt, 1992 übernahm er die Leitung des Regensburger Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, und von 1998 bis 2001 war er Provinzkoordinator im Provinzialat in München.

 

Insgesamt drei Mal wurde er zum Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz gewählt: 2001, 2004 und zuletzt im Januar 2022. Frater Rudolf war auch zwölf Jahre in der Generalkurie in Rom tätig. Dort wurde er sowohl 2006 als auch 2012 zum ersten Generalrat gewählt und bekleidete zudem das Amt des Generalökonomen des Ordens. „Ich habe in meiner Zeit in Leitungsverantwortung gemerkt, wie wichtig ein Teamplayer ist, offen in Sitzungen zu gehen und wirklich alle Meinungen zu hören und dann eine Entscheidung zu treffen. Ich bin nicht der, der Entscheidungen im einsamen Kämmerlein trifft, sondern der, der nach Gesprächen eine Entscheidung trifft“, so der neue Provinzial.
 

Frater Rudolf Knopp im Gespräch mit Vertreter:innen des Straubinger Werkstattrats und der Bewohnervertretung im Mai 2023

„Pointiert könnte man sagen, meine Berufung hat der Mensch mit Behinderung ausgelöst.“

Frater Rudolf Knopp, Provinzial

Nach dem Generalkapitel 2019 wechselte der gebürtige Franke von Rom zurück in seine bayerische Heimat und gehörte dem Konvent der Barmherzigen Brüder in Algasing an, blieb aber Generalökonom. Seit September 2025 übte Frater Rudolf Knopp, der letzte Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz, das Amt des Rechtsträgervertreters der Barmherzige Brüder Bayern KdöR aus.

 

Generalprior Pascal Ahodegnon zeigte sich begeistert von der Wahl Frater Rudolfs: „Er ist ein Bruder, den ich sehr gut kenne. Wir waren auch gemeinsam Generalräte. Zuerst einmal ist er ein guter Bruder, zweitens ein sehr fähiger Bruder. Und ich bin sicher, dass die Provinz gerade jetzt so ein Profil braucht, wie er es hat.“ Frater Pascal nennt als größte Herausforderung für den neuen Provinzial das Zusammenwachsen der beiden ehemaligen Provinzen Bayern und Österreich. Auch müssten die Strukturen überdacht werden, betont der Generalprior: „Die Werke müssen reorganisiert werden, um ihre Kraft noch mehr zu stärken. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.“

 

Das Vertrauen der Mitbrüder

Auch der scheidende Provinzial, Frater Saji, hebt die Qualifikationen Frater Rudolfs hervor: „Ich kannte Frater Rudolf schon, als er noch Generaldefinitor in Rom und ich Prior in Wien war. Ich bin sehr froh, dass er nun Provinzial geworden ist, denn er kennt alle Brüder, hat durch die Generalvisitationen alle Einrichtungen besucht und ist mit den Themen unserer neuen Provinz bestens vertraut.“ 

 

Frater Saji betont, dass vor der Wahl eines Provinzials die Brüder immer ein Profil des neuen Provinzials erstellen. „Wenn ein Bruder dann gewählt wird, heißt das, er hat auch die Akzeptanz seiner Mitbrüder. Und ich bin hundertprozentig sicher, dass er mit seinem Definitorium und auch gemeinsam mit den anderen Mitbrüdern alle Herausforderungen meistern wird.“
 

Das Bild zeigt alle während des Kapitels in Wien anwesende Brüder.

Alle während des Kapitels in Wien anwesende Brüder

Die neu gewählte Provinzleitung: Pater Provinzial Rudolf Knopp (Mitte) mit seinen Provinzräten Frater Daniel Katzenschläger, Frater Lukáš Ryneš, Frater Thomas Väth sac. und Frater Thomas Pham sac.

Die neu gewählte Provinzleitung: Pater Provinzial Rudolf Knopp mit seinen Provinzräten Frater Daniel Katzenschläger, Frater Lukáš Ryneš, Frater Thomas Väth, sac. und Frater Thomas Pham, sac.

Frater Rudolfs Vision für die Zukunft

Frater Rudolf hat bereits klare Vorstellungen, wie er die Provinz Europa Mitte führen möchte. Ein zentrales Anliegen ist ihm die Förderung der jungen Brüder: „Mir ist es persönlich wichtig, dass ganz einfach auch Ressourcen, die durch die Provinzvereinigung entstanden sind, auch in die Begleitung des Bildungsweges von jungen Brüdern fließen“, erklärt er. Angesichts der wenigen neuen Berufungen in der heutigen Zeit ist eine gute und intensive Begleitung der Brüder besonders wichtig.

 

Ein weiteres Ziel von Frater Rudolf ist die Unterstützung der Führungskräfte in den Einrichtungen der Provinz: „Die Direktoren und Geschäftsführer leisten hervorragende Arbeit, benötigen jedoch auch eine Begleitung, nicht um sie zu bevormunden, sondern um mit ihnen auf dem Weg zu sein, gute Entscheidungen zum Wohle von Patienten und Betreuten zu finden.“ In der komplexen Welt von Behindertenhilfe, Krankenhaus und Altenheim werden laut Frater Rudolf Knopp in der so pluralistischen Gesellschaft ethische Fragen immer bedeutsamer. Deswegen brauchen sie auch eine gute Begründung und Vermittlung. „Die sehr gute Arbeit der Verantwortlichen für Ethik muss weiter gefördert werden, weil wir hier auch zum einen unsere Mitarbeiter bei schwierigen Fragen unterstützen können, aber auch gesellschaftlich einen Akzent aus christlicher Überzeugung setzen können.“

 

Ein vielfältiges Team für den Provinzial

Beim Provinzkapitel wurden auch die Definitoren gewählt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen werden. „Mir ist wichtig, dass man sich bei so einem Gremium nicht im Proporz erschöpft, so wichtig der ist, sondern auch die Qualitäten berücksichtigt.“ Dem neuen Provinzial war es ein Anliegen, dass ein junger Bruder im Definitorium vertreten ist, da es auch um die Zukunft der jungen Brüder geht. „Ich bin sehr froh, ich habe ein sehr buntes Definitorium. Es sind verschiedene Qualifikationen vorhanden, sodass ich glaube, dass wir mit je unterschiedlichen Gesichtspunkten gut in die notwendigen Diskussionen und Entscheidungsfindungen eintreten können.“

Provinzial Rudolfs Dreamteam

Im Anschluss an die Wahl des Provinzials erfolgte die Wahl der Provinzräte (Definitoren). Gemeinsam mit dem Provinzial bilden sie die Provinzleitung. Sie werden Frater Rudolf Knopp maßgeblich in seiner Arbeit als Provinzial unterstützen. 

Frater Thomas Pham

Frater Thomas Pham wurde 1980 in Vietnam geboren. Nach dem Abitur begann er ein Journalismusstudium. Der Erzbischof seiner Diözese riet ihm aber, das Studium nicht fortzusetzen, wenn er Priester werden wolle, da unter der kommunistischen Herrschaft keine Möglichkeit bestehe, frei zu schreiben. Deswegen beendete er das Studium und begann in seiner Heimatdiözese zu arbeiten. Während dieser Zeit lernte er Frater Paulus Kohler, den damaligen Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz, über eine in Wien lebende Vietnamesin kennen, die ihn einlud, nach Österreich zu kommen.

 

Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Pflegehelfer und legte 2014 in Wien die Feierliche Profess ab. Frater Thomas studierte Theologie an der Hochschule Heiligenkreuz und empfing am 23. November 2024 die Priesterweihe von Kardinal Christoph Schönborn. Zuletzt war Frater Thomas als Prior des Konventes Wien, Provinzökonom und Provinzrat tätig. 

Das Bild zeigt Frater Thomas Pham, sac.

Frater Thomas Pham

Das Bild zeigt Frater Thomas Väth.

Frater Thomas Väth

Frater Thomas Väth

Frater Thomas Väth wurde am 29. Oktober 1977 in Marktheidenfeld geboren. Nach seiner Ausbildung zum Pflegediensthelfer und einem Studium der Religionspädagogik und Theologie (Universitäten Eichstätt und Würzburg) trat er 2007 in den Orden der Barmherzigen Brüder ein. Dort legte er 2009 die Einfache sowie 2014 die Feierliche Profess ab. Er arbeitete zunächst auf der Kinderintensivstation der Klinik St. Hedwig in Regensburg und leitete später die Klinikseelsorge am Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf. 2017 empfing er die Priesterweihe von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx. Neben seiner priesterlichen Tätigkeit engagierte sich Frater Thomas auch in der Berufungspastoral, der Fort- und Weiterbildung sowie in ethischen Fragestellungen. Er unterrichtete an der Fachschule für Heilerziehungspflege in Tegernheim und war als Klinikseelsorger in Regensburg tätig. 2018 und 2022 wurde er in den Provinzrat der damaligen Bayerischen Ordensprovinz gewählt. Zudem ist er Prior des Regensburger Krankenhauses und übernimmt dort verschiedene Aufgaben innerhalb des Hospitalordens.

Frater Daniel Katzenschläger

Frater Daniel Katzenschläger wurde am 3. August 1958 in Schwertberg, Oberösterreich, geboren. Zunächst erlernte er das Tischlerhandwerk, bevor er 1977 in den Orden eintrat. Seine Feierliche Profess legte er am 26. Dezember 1984 in Kritzendorf ab. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Pflegehelfer begann Frater Daniel 1984 seine Arbeit als Pfleger im Alten- und Pflegeheim in Kritzendorf bei Wien.

 

In den folgenden Jahren übernahm er eine Reihe von leitenden Aufgaben im Orden. 1989 wurde er zum Magister der Novizen ernannt. Ab 1995 leitete er als Magister die Kandidaten im Salzburger Konvent und unterstützte sie bei der Entscheidung für das Ordensleben. Im Jahr 2010 wurde Frater Daniel zum Prior des Salzburger Konvents gewählt. Er war maßgeblich daran beteiligt, in Salzburg ein Hospiz eines anderen Trägers vor der Schließung zu bewahren und als stationäre Einrichtung des Ordens weiterzuführen. 2018 berief ihn das Provinzkapitel in den Provinzrat und ernannte ihn erneut zum Magister der Novizen. 2019 übernahm er das Amt des Priors im Konvent von Eisenstadt.

Das Bild zeigt Frater Daniel Katzenschläger.

Frater Daniel Katzenschläger

Das Bild zeigt Frater Lukáš Ryneš.

Frater Lukáš Ryneš

Frater Lukáš Ryneš

Frater Lukáš Ryneš wurde 1979 in der damals kommunistischen Tschechoslowakei geboren. Zu Beginn hatte Religion deswegen für ihn wenig Bedeutung. Nach der Schule studierte er ein Jahr lang Chemie und Posaune, bevor er ein Praktikum in der Krankenpflege absolvierte. In dieser Zeit entschloss er sich, Medizin zu studieren. Während seines Studiums trat er einer religiösen Studentengemeinschaft bei, die ihm den Weg zum Glauben öffnete. Auch der Gedanke an ein Leben im Orden kam in dieser Zeit auf. Er stieß auf die Barmherzigen Brüder und trat in Brünn in den Orden ein. 2017 legte er seine Feierliche Profess ab. Bereits zuvor hatte er die Ausbildung zum Hausarzt erfolgreich abgeschlossen. Danach arbeitete er in einer hausärztlichen Praxis und übernahm Nachtdienste im Unfallkrankenhaus. Derzeit arbeitet er als Arzt sowohl in einer Abteilung für Innere Medizin in einem Brünner Krankenhaus als auch in einem Hospiz.


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