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Ein Zoltán für alle Fälle

 

Ende März wurde mit der Modernisierung des Brüderkrankenhauses in Budapest das größte Bauprojekt der Provinz abgeschlossen. Maßgeblich an diesem Mammutprojekt beteiligt war Zoltán Fekete, der seit Jahren als der Mann für schwierige Fälle der Barmherzigen Brüder gilt.

 

Autor: Simon Doering

22. Juni 2026

Das Bild zeigt Zoltán Fekete im Krankenhaus Budapest der Barmherzigen Brüder.

Mit neuester Hightech-Ausstattung gehört das
Brüderkrankenhaus in Budapest nun zu den modernsten des Landes.

Fekete stammt aus Gúta, dem slowakischen Kolárovo. Seine Familie gehört der ungarischen Minderheit in der Slowakei an. Aufgewachsen ist er in einer mehrsprachigen Umgebung, die ihn früh geprägt hat. Ungarisch, Slowakisch, Deutsch und Englisch spricht er fließend, Tschechisch versteht er ebenfalls. Für ihn war diese sprachliche Vielfalt lange nichts Besonderes. „Unsere Nachbarn waren Slowaken. Also für mich war das kein Thema, dass ich in einer mehrsprachigen Umgebung wohne“, sagt er. „Es ist für mich eher ungewöhnlich, wenn nur eine Sprache rundherum gesprochen wird.“

 

Vom Hörsaal nach Wien

Nach der Matura bestand er die Aufnahmeprüfung an der heutigen Corvinus-Universität in Budapest, einer der renommiertesten Wirtschaftsuniversitäten des Landes. Damit ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Vor Beginn des Studiums zog es ihn jedoch zunächst nach Salzburg, um seine Deutschkenntnisse weiter zu vertiefen. 2007 schloss er sein Studium mit Bestnoten ab.

 

Anfangs arbeitete er noch für eine andere Firma in Wien. Als er später auf eine Ausschreibung der Barmherzigen Brüder aufmerksam wurde und sich bewarb, war man von ihm so überzeugt, dass neben der ursprünglich ausgeschriebenen Stelle eigens eine weitere Position für ihn geschaffen wurde. So begann im Februar 2010 sein Erfolgsweg in der Provinzverwaltung in Wien.

Die Bewährungsprobe in Pécs

Dort arbeitete er zunächst im Controlling. Schnell zeigte sich jedoch, dass seine Aufgabe weit über Zahlenarbeit hinausgehen würde. Fekete wurde zu einer der wichtigsten Schlüsselfiguren zwischen Wien und den Einrichtungen in Ungarn, der Slowakei und Tschechien. Er half beim Aufbau von Berichts- und Controllingsystemen, analysierte Budgets und begleitete die wirtschaftliche Steuerung der Werke in mehreren Ländern.

Bereits ein Jahr nach seinem Einstieg übertrug man ihm eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe: Im Frühjahr 2011 wurde er zum kaufmännischen Direktor des Brüderkrankenhauses in Pécs ernannt. Dort sollte er ein wirtschaftlich schwieriges Haus stabilisieren und eine Reorganisation auf den Weg bringen. Nach schon einem Jahr kehrte er nach erfolgreicher Arbeit wieder nach Wien zurück und setzte seine Tätigkeit in der Provinzverwaltung fort.
 

Ein Krankenhaus ist kein Flughafen

In den folgenden Jahren wurde Fekete immer stärker in internationale und strategische Projekte eingebunden. Der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn wurde schließlich das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Budapest. Als 2014 die konkrete Masterplanung für die Zukunft des Hauses begann, war er von Anfang an eng eingebunden. Wie komplex diese Aufgabe tatsächlich war, wurde ihm in der Planungsphase voll bewusst. „Mir ist dabei klar geworden, dass ein Flughafen wahrscheinlich einfacher zu planen ist als ein Krankenhaus“, sagt er heute mit einem Schmunzeln. Denn in einem Spital müssen Wegeführungen, Zufahrten und medizinische Abläufe präzise ineinandergreifen. 2016 lag der endgültige Masterplan für das 100-Millionen-Euro-Projekt vor.
 

Mit Tatkraft und fast schon magischem Geschick hat Zoltán Fekete zum Meilenstein der Barmherzigen Brüder in Ungarn beigetragen.

Mit Tatkraft und fast schon magischem Geschick hat Zoltán Fekete zum Meilenstein der Barmherzigen Brüder in Ungarn beigetragen.

Einen besseren Überblick über das Mammutprojekt bot bei der Einweihung der maßstabsgetreue Kuchen.

Einen besseren Überblick über das Mammutprojekt bot bei der Einweihung der maßstabsgetreue Kuchen.

In die entscheidende Phase trat Fekete ab September 2022 ein. Damals übernahm er die Verantwortung für die Fertigstellung des Bauprojekts in Budapest. Die besondere Herausforderung bestand nicht nur in der Größe des Vorhabens, sondern auch in seiner Umsetzung: Das Krankenhaus wurde nicht auf der grünen Wiese neu gebaut, sondern bei laufendem Betrieb umgebaut und erweitert. Während gebaut, saniert und neu strukturiert wurde, blieben Betten und Stationen weitgehend in Betrieb. Gerade dieser Balanceakt machte das Projekt zu einer organisatorischen Ausnahmeleistung. Gleichzeitig übernahm Fekete auch noch die Funktion des zweiten Geschäftsführers des Krankenhauses in Bratislava. Jede Woche pendelte er nun regelmäßig zwischen drei Hauptstädten: Montag Wien, Dienstag Budapest, Mittwoch Bratislava, Donnerstag und Freitag wieder Budapest.

 

Wenn die Arbeit Spuren hinterlässt

Dass diese Belastung nicht spurlos an ihm vorbeigeht, sagt er offen. „Meine Arbeit mit all ihren Herausforderungen macht mir sehr viel Spaß, sie ist aber natürlich auch sehr anstrengend.“ 2024 zwang ihn eine massive Rückenproblematik dazu, kürzerzutreten. Seither achtet er bewusster auf Ausgleich, plant wieder Reisen und versucht, Erholung fest einzuplanen.

 

Trotz seiner engen Bindung an Ungarn, Tschechien und die Slowakei sieht Fekete seine Zukunft weiterhin in Wien. Dort, so seine Überzeugung, kann er mit seinen Kenntnissen und Sprachfähigkeiten für mehrere Länder mehr bewirken als in einer einzelnen Einrichtung. Nach der erfolgreichen Neueröffnung des Krankenhauses soll nun auch wieder mehr Platz für das Private sein: für lange Abenteuerreisen, Strandurlaub und fürs Skifahren mit seinen Patenkindern.

Impressionen von der Feier der Eröffnung des Krankenhauses am 26. März 2026


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